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letzte Änderung 30.11.2008

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Chichen Itza
Die größte und wohl bekannteste präkolumbische Stätte der Halbinsel Yucatan wurde ca. 450 n. Chr. gegründet. Der Ort war bis ca. 1200 wirtschaftliches, politisches und religiöses Zentrum von herausragender Bedeutung, bevor er aus bis heute nicht bekannten Gründen verlassen wurde.
Pyramide des Kukulcan
In Chichen Itza gab es zwei nachweisbare Blütezeiten: In der klassischen Epoche (600-9000 n. Chr.) entstand der größte Teil, der heute sichtbaren Gebäude. Ab dem Jahr 1000 entwickelte sich das “neue” Chichen Itza - diesmal unter dem Einfluß der mittlerweile eingewanderten Tolteken. Diese verließen um 900 das zentrale Hochland und wanderten über 1200 Kilometer bis nach Yucatan. Ihr religiöser und militärischer Führer wurde in der Sprache der Maya als Kukulcan - gefiederte Schlange - bezeichnet.
Ohne Zweifel setzten sie sich gewaltsam gegenüber den Maya durch, Tolteken Säulenzerstörten aber nichts von deren Architektur und Kultur. Ihre neue Heimat nannten sie Chichen Itza - Stadt der Itza am Rand des Teiches.

Eine der Besonderheiten von Chichen Itza ist das Nebeneinander von Maya- und Toltekenarchitektur. Die Tolteken nahmen die Mayas in ihre Dienste und ließen sie scheinbar frei gewähren. So ist auch in den späteren Bauwerken der Maya-Einfluß unverkennbar.

Als die Spanier 1546 Chichen Itza erreichten, war er Ort längst von seinen NonnenklosterBewohnern verlassen. Danach blieb die Stätte Jahrhunderte im dichten Dschungel verborgen, bis sie 1841 von Archäologen entdeckt wurde. Bis heute ist nur etwa ein Viertel der Gebäude freigelegt.

Im Zentrum Chichen Itzas steht die 30 Meter hohe Pyramide des Kukulcan - El Castillo. Sie besteht aus zwei verschiedenen Bauwerken: das Ältere befindet sich innerhalb der sichtbaren Pyramide. Die jüngere Außenpyramide ist ein Meisterwerk der Kalenderkunst:
An der vier Seiten der Pyramide führen Treppen mit 91 Stufen (=364 Tage) Die Sternwartehinauf zum Tempelhaus, das wiederum auf einer Stufe steht (=365 Tage). An den Seiten symbolisieren 52 Platten die Wochen des Jahres. Die treppen sind im unteren Bereich mit Schlangenköpfen eingefasst. Jeweils nachmittags des 21. März und des 22. Septembers mündet der Schattenwurf der Pyramidenecke an der Treppe der Nordseite und erzeugt ein einmaliges Bild: Die Schlange verläßt das Tempelhaus und windet sich die Pyramide herab.
Die äußere Pyramide wurde über der älteren, ca 17 Meter hohen, errichtet. Die Itzas glaubten, mit dieser Überbauung den alten Tempel der Mayas für immer der Finsternis überantwortet zu haben.

Neben der großen Pyramide gehört die Sternwarte - El Caracol - zu den bekanntesten Ruinen Chichen Itzas. Das Observatorium zeugt von großen astronomischen Kenntnissen.